Dokumentation

Schotter wie Heu
Land/Jahr: D 2002
Laufzeit: 98 min.
FSK: 0 J.
Regie: Wiltrud Baier und Sigrun Köhler

Darsteller: Fritz und Else Vogt, F.&C. Dürr, M. Immel, A. Herrmann, N. Schöffel, W.&M. Huss,
F.& I.Beck, K.&C. Köhnlein, S. Boehlke, W. Vogel, W. Huber, W. Breiter, M. Lazar, E. Hahn

Die Raiffeisenbank Gammesfeld ist die letzte Bank Deutschlands, die ohne Computer betrieben wird. Der Bankdirektor Fritz Vogt ist gleichzeitig Sekretärin, Buchhalter, Kassierer, Landwirt und der wichtigste Mann im Dorf. Ein Film über die heile Welt und das moderne Schwein, übers Heiraten und übers Fernsehen - und vor allem übers Geld.

Jeder Hohenloher, der sich ein wenig für Land und Leute interessiert oder auch nur die Zeitung liest, kennt Gammesfeld - wenn nicht selbst dort gewesen, so doch über die Geschichte der Raiffeisenbank. Der Direktor der Genossenschaftsbank, Fritz Vogt, wäre beinahe ins Gefängnis gewandert, wurde ihm doch vorgeworfen, er betriebe illegal eine Bank. Ursache dafür war das Kreditwesengesetz von 1976, das Deutschland EU-tauglich machen sollte. Die Raiba in Gammesfeld nämlich verstößt seit Inkrafttreten dieses Gesetzes gegen das sogenannte Vier-Augen-Prinzip in der Bankaufsicht. Denn die Raiba Gammesfeld hat nur einen Vorstand, Angestellten, Kassier: alles in einer Person - Fritz Vogt. 1984 wurde der Bank die Betriebserlaubnis entzogen. Doch Vogt führte 11 Jahre Prozesse mit seiner Raiffeisenbank Gammesfeld gegen die Bundesrepublik Deutschland und gewann.

Dieser Film beschreibt jedoch nicht nur die Bank, sondern auch das Dorf hinter der Bank. Die kleine Bank sollte vor einigen Monaten dichtgemacht werden, wieder einmal. Die Gammesfelder hätten ihr Geld zu einer neuen Genossenschaftsbank tragen mssen, geformt aus den Instituten der Nachbargemeinden. Das Dorf, selbst politisch längst nicht mehr selbstständig, wollte wenigstens diese Eigenständigkeit behalten und sperrte sich. Noch gibt es "Schotter wie Heu."